A bissel was geht immer - Szene 17: Frühstück am Morgen nach Walküre
Writing by admin on Freitag, 29 of Februar , 2008 at 04:08
Annette von Söttingen: Geben Sie´s nur her, ich bring´s ihm schon.
Irmgard: Ich kann´s ihm ja auch bringen.
Annette von Söttingen: Nein, nein, ich mach das schon.
Irmgard: Kriegt der jetzt neuerdings sein Frühstück ins Bett? Bloß weil er einmal in der Oper war?
Annette von Söttingen: Guten Morgen, mein Liebling.
Monaco Franze: Guten Morgen Spatzl.
Annette von Söttingen: Ist es Dir so recht?
Monaco Franze: Ja danke, Spatzl, so gefällt mir das sehr gut.
Annette von Söttingen: Jetzt frühstückst Du in Ruhe und dann mal ich Dich. Und zwar ein neues Bild.
Monaco Franze: Ein neues Bild? Warum jetzt des?
Annette von Söttingen: Weil ich Dich jetzt ganz anders sehe als früher.
…
Monaco Franze: Ungefähr so, Spatzl? Hast Du´s Dir so vorgestellt?
Annette von Söttingen: Ja, und die Brille.
Monaco Franze: Brille? Muss des sein, Brille?
Annette von Söttingen: Ja selbstverständlich. Und jetzt setz Dich da hin auf den Klavierstuhl und nimm das Buch in die Hand.
Monaco Franze, Ja, das ist ja die Bibel, Spatzl.
Annette von Söttingen: Das weiß ja niemand. Hauptsache Du liest ein Buch.
Monaco Franze: Das kann ich aber mit der Brille nicht.
Annette von Söttingen: Macht ja nichts, muss ja nur so aussehen, als ob. Dass man gleich erkennt, das ist ein Mensch, der beschäftigt sich mit geistigen Dingen.
Monaco Franze: Aha.
Annette von Söttingen: So und jetzt halt Dich still und lies.
Monaco Franze: Gut, dann mach ich das jetzt so - wie Du meinst Spatzl.
Annette von Söttingen: Nicht zu mir schauen, Franz. Schön ins Buch schauen… Ich bin natürlich nicht ganz so doof wie er denkt. Ich kenn ihn schon meinen Mann. Ich weiß genau, was er jetzt denkt. Er macht sich die allergrößten Sorgen, dass sich sein kurzer Ausflug ins Kulturleben zu einer längeren Reise ausdehnen könnte. Wahrscheinlich überlegt er jetzt schon fieberhaft, wie er meiner Vernissage entgehen kann. Aber da wird er mir nicht auskommen.Er meint jetzt, weil er einmal mit mir in der Oper war, jetzt hat er wieder jede Menge Fahndungen gut. Bitte soll er, ich nehm´s ihm nicht übel, soll er seine Freiheit haben oder wenigstens das Gefühl, er hätte sie. Er ist ja da wie ein Kind, er ist im Grunde nie erwachsen geworden - diese romantischen Vorstellungen von Freiheit und Abenteuer. Hihi, dieser Großstadtjäger auf der freien Wildbahn zwischen Schwabing und Sendlinger Torplatz. Aber bitte soll er. Das sitzt so tief, da rührt man besser gar nicht dran. Man muss nur dafür Sorge tragen, dass ihm seine romantische Ader nicht zu sehr schwillt - ganz behutsam, listig.
Monaco Franze: Du, sag einmal Spatzl, einmal ganz was anderes, weil´s mir gerade so einfällt. Wann stellst Du jetzt Deine Bilder genau aus? Wann ist jetzt gleich wieder diese Vernissage?
Annette von Söttingen: Am Freitag, mein Liebling.
Monaco Franze: Aha. Freitag - auf´d Nacht?
Annette von Söttingen: Ja, ja natürlich. Abends um Sieben. Warum fragst Du Franz?
Monaco Franze: Äh, nur so, damit ich mich drauf einstellen kann, damit mir dann im letzten Moment nicht wieder irgendwas dazwischenkommt, weisst? Weil, verstehst Spatzl, da möcht ich ja unbedingt dabei sein, also ehrlich Spatzl.
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