A bissel was geht immer - Szene 1: Annette malt Monaco Franze im Wohnzimmer
Writing by admin on Freitag, 8 of Februar , 2008 at 01:51
Annette: Nicht bewegen, Franz. Bitte.
Monaco Franze: Ja Spatzl, irgendwann muss ich mich ja rühren auch dürfen.
Annette: Nicht jetzt.
Monaco Franze: Geh Spatzl, ich bin ja schon ganz steif im Kreuz.
Annette: Weiter nach vorne lehnen. Weiter. Ja so. REchten Arm in die rechte Hüfte. Linkes Bein übers rechte Bein. Linken Ellenbogen auf den linken Oberschenkel. Lockerer Franz, lässiger.
Monaco Franze: Lässiger, lässiger - Du tust Dir leicht Spatzl.
Annette: Nun schau nicht so verkrampft Franz - Lächle ein bisschen. Nicht so viel - nur ein bisschen. So, Blick etwas höher. Und schau etwas normaler.
Monaco Franze: Ja, eh wie meinst normal, Spatzl - wie soll I jetzt schauen?
Annette: Normal eben, ganz normal - so wie Du bist. So. Und jetzt nicht mehr bewegen.
Monaco Franze: So wie ich bin - dabei hat meine Frau im Grunde keine Ahnung wie ich bin. Wissens - Sie hat´s mit den schönen Dingen - mit der Kultur, mit der Kunst und mit der bessern Gesellschaft. Damit hab ich´s überhaupt nicht. Weil wissens, da wo ich herkomm, da hats weit und breit keinen schönen Dinge gegeben. Kultur war für uns, dass einer sauber gewaschen war und das einzig künstlerische Ereignis war, wenn der Grabmeier Max im Wirtshaus zum grünen Fasan ein nackertes Bildnis von der Weilbach Erna an die Abortwand geschmiert hat.
Annette: Ruhig halten, Franz - nicht bewegen.
Monaco Franze: So gesehen passen wir überhaupt nicht zusammen, meine Frau und ich.
Annette: Franz, wenn Du jetzt nicht ruhig hältst, dann findet meine Ausstellung ohne ein Bild statt.
Monaco Franze: Sie stellt jetzt ihre eigenen Bilder aus im eigenen Laden, net - wir haben einen eigenen Laden: Antiquitäten von Söttingen - in bester Lage. Morgen geht sie in die Oper. Ich nicht, ich kann nicht. Gott sei Dank hab ich einen Beruf - also den wenn ich nicht hätt, dann wüsst ich gar nicht wo ich immer die ganzen Ausreden hernehmen sollt. Obwohl - also mein Beruf ist mir wahnsinnig fad - ich bin Beamter, Kriminalbeamter, weil ich einmal gemeint hab, das kommt meiner Liebe zum Abenteuer entgegen. Von wegen. Einen faderen Beruf für einen abenteuerlustigen Menschen kann man sich gar nicht vorstellen. Weil, weil das Verbrechen an sich interessiert mich ja überhaupt nicht. Mich interessieren Menschen, also ganz normale Menschen. Darunter können auch Frauen sein. Also alle möglichen Frauen. Ehrlich gesagt - ich interessier mich wahnsinnig für Frauen.
Annette: Jetzt Franz. Jetzt hast Du den richtigen Ausdruck. Genau den wollt ich. Nicht verändern. Bleib so.
Monaco Franze: Gut Spatzl, dann bleib ich jetzt so. Freilich bleib ich jetzt so - ich kann ja gar nicht anders. Wissens, mich wollten schon viele ändern, also Frauen mein ich hauptsächlich, aber das geht nicht. Ich brauche das Abenteuer. Also nicht nur das was Sie meinen. Na, mir gehts mehr um das unerwartete, um das spontane, um das überraschende Erlebnis. Also ein Beispiel: Ich gehe eines Abends aus dem Büro raus und mir ist wahnsinnig fad. Heimgehen mag ich auch noch nicht, weil meine Frau wahrscheinlich im Theater ist und da will es beispielsweise der Zufall, dass da akkurat in dem Moment eine Passantin vorbeigeht. Jetzt denk ich mir, des heißt, ich denk mir eigentlich gar nichts, sondern ich lass mein Auto einfach stehen und folge einer ganz spontanen Eingebung.
Nächste Szene - Monaco Franze nach der Arbeit auf der Straße
Category: Folge 1 - A bissel was geht immer
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